Sanierungsgebiet I - Westliche Innenstadt

17,5 Mio €

Förderfähige Kosten

1995

abgeschlossen

2,5 ha

Fläche

Seit 12.04.1973

Sanierungs- gebiet I
Historie

Das Gebiet erstreckt sich zwischen Mauer, Nägleinsgasse und oberer Judengasse. Es gehört zum inneren Stadtbefestigungsring, der um 1300 angelegt wurde. Von historischer Bedeutung im Quartier ist der noch bestehende hochmittelalterliche Torturm, das Judentor, als Einzeldenkmal und Tor zur Innenstadt. Seit dem Mittelalter bewohnten Handwerker und reiche Kaufleute die obere Judengasse, ab 1386 siedelten sich in der Webergasse erste Tuchmeister an. Der westlich gelegene Hahnfluß war bis zu seiner Verrohrung im Jahr 1968 das wirtschaftliche Bindeglied zwischen Walkmühlgasse und Webergasse.

Ausgangslage

Die dichte Bebauung mit ihren kleinen, schmalen und tiefen Grundstücken, deren Grenzziehung zum Teil auf das Mittelalter zurückgeht, beeinträchtigte die Wohnqualität stark. Aufgrund ihres hohen Alters – der Großteil der Häuser wurde vor 1900 erbaut, teilweise entstanden sie sogar vor 1600 – wiesen die denkmalgeschützten Gebäude in ihrer Substanz zahlreiche Baumängel auf. Fehlende Sanitäreinrichtungen und Heizungsanlagen waren die Regel. Das Quartier wurde überwiegend von älteren Menschen und Alleinstehenden bewohnt. Gewerbetreibende aus Handel und Dienstleistung beklagten die fehlenden Parkmöglichkeiten für Kunden, und die Quartiersbewohner fühlten sich durch das hohe Verkehrsaufkommen, insbesondere durch die Belästigungen des Parksuchverkehrs, stark gestört. Der Bau- und Umweltsenat der Stadt Coburg beschloss 1973, diese Missstände zu beseitigen. Er beauftragte die Gemeinnützige Wohnungsbau- und Wohnungsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg mbH mit der Sanierung des 2,5 ha großen Gebiets.

Zielsetzung

Die Sanierung hatte die Beseitigung städtebaulicher und funktionaler Mängel im Altstadtgebiet zum Ziel. Die vorhandene Nutzungsstruktur, eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten, wurde erhalten. Dies wiederum sollte eine Verbesserung des Dienstleistungsangebotes durch neue qualifizierte Arbeitsplätze mit sich bringen. Die Wohnqualität im Sanierungsgebiet wurde durch bessere Belüftung, großzügigere Belichtung und Besonnung erheblich angehoben. Die Schaffung von zusammenhängenden, von den Anwohnern nutzbaren Freiflächen, steigerte die Lebensqualität zusätzlich. Die im Quartier vorhandenen Wohnungen wurden durch Modernisierung und zusätzliche Neubauten im Innenstadtbereich aufgewertet. Das Parkplatzproblem im Sanierungsgebiet wurde durch den Bau des Parkhauses Mauer entschärft. Neu eingerichtete verkehrsberuhigte Flächen und der Ausbau der Fußgängerzonen erhöhten die Aufenthaltsqualität im Innenstadtbereich. Das Sanierungsgebiet wurde 1995 abgeschlossen.